Vor elf Jahren habe ich bei der Geburt meiner Tochter laut aufgestöhnt. Ich hatte mich auf Schmerzen eingestellt, auf Durchhalten und Atmen. Stattdessen fühlte sich das, was da durch meinen Körper ging, nach etwas völlig anderem an. Ich war zu Hause, die Menschen um mich herum waren mir vertraut, und ich dachte irgendwann: Moment mal, das ist doch gar kein Schmerz.
Ich war nicht vorbereitet. Ich hatte noch nie von Orgasmic Birth gehört. Ich wusste nur, dass mir niemand vorher erzählt hatte, dass es so sein kann.
Was Orgasmic Birth ist (und was nicht)
Orgasmic Birth heißt übersetzt orgasmische Geburt. Ich ziehe das Wort Lustgeburt eigentlich vor, weil es den Druck rausnimmt. Du musst unter der Geburt keinen Orgasmus haben und niemand wertet nach, ob du “es geschafft” hast.
Gemeint ist, dass Geburt zu deiner Sexualität gehört. Dieselben Körperteile sind beteiligt, dieselben Hormone fließen und dieselbe Intimität hilft dir, dich zu öffnen. Wenn du dich beim Sex nur fallen lassen kannst, wenn du dich sicher fühlst, nicht beobachtet wirst und niemand dazwischenredet, warum sollte das bei der Geburt anders sein?
Frauen, die lustvoll gebären, beschreiben ihre Wellen sehr unterschiedlich. Manche erleben tatsächlich orgasmische Gefühle. Andere sagen: intensiv, aber nicht schmerzhaft. Wieder andere erzählen von Ekstase, Kraft und tiefer Verbindung zum Baby. Alles davon ist Lustgeburt.
Meine erste Begleitung als Doula
Ein paar Jahre nach meiner eigenen Geburt habe ich die Doula-Ausbildung gemacht. Meine erste Geburtsbegleitung war ein Desaster. Die Frau ging alle halbe Stunde zum Rauchen auf den Balkon. Als die Wehen richtig kamen, wollte sie nach fünf Minuten eine PDA, obwohl sie vorher felsenfest dagegen gewesen war. Danach saß sie mit Cola und Handy da und postete, dass sie mitten in der Geburt ist. Am Ende gab es eine Kaskade von Interventionen und ihren dritten Kaiserschnitt.
Ich habe damals gedacht, es liege an mir. Dass jede Begleitung so aussieht. Erst später habe ich verstanden, dass ich mit-traumatisiert war. Meine eigene Geburt war friedlich gewesen, und plötzlich stand ich in einem Kreißsaal, in dem eine Frau Dinge über sich ergehen ließ, die sie nicht wollte.
Ich wollte hinschmeißen. Stattdessen hat sich in mir die Frage festgesetzt, warum ich so etwas nie in meiner Ausbildung gelernt hatte.
Ein Gedankenexperiment, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht
Stell dir vor, du planst einen Abend mit deinem Partner. Ihr wollt euch nackt und eng umschlungen nahe sein. Ihr fahrt dafür ins Krankenhaus, wartet ein paar Stunden und werdet in einen Raum geführt, in dem schon ein fremder Arzt und drei Schwestern stehen. Das Licht ist grell, ständig kommt jemand rein, und alle schauen, ob du es auch richtig machst.
Na, bist du schon gekommen?
Ich muss jedes Mal lachen, wenn ich das erzähle, und gleichzeitig ist es zum Heulen. Genau so gebären die meisten von uns. Und dann wundern wir uns, dass der Muttermund sich nicht öffnen will..
Was dein Körper unter der Geburt braucht
Ich bin keine Ärztin und ich verspreche dir keine bestimmte Geburt. Aber ich habe in den letzten Jahren viele Frauen begleitet und ein paar Dinge wiederholen sich ständig:
- Sicherheit. Wenn dein Körper Angst hat, hält er fest. Das ist kein Charakterfehler, das ist Biologie.
- Intimität. Dimmbares Licht, deine Musik, die Menschen, die du ausgewählt hast. Überleg dir, wo du dich auch beim Sex am wohlsten fühlst und bau dir dieses Setting.
- Oxytocin. Das Hormon, das Wehen antreibt, Bindung fördert und beim Orgasmus ausgeschüttet wird. Berührung, Küssen, Lachen, Singen und Stöhnen können es unterstützen. Mund und Muttermund hängen übrigens über den Vagusnerv zusammen.
- Dein Körperwissen. Viele Frauen haben nie gelernt, wie ihr Muttermund sich anfühlt oder was Lust in ihrem Körper überhaupt auslöst. Das lässt sich üben, auch in der Schwangerschaft.
Wichtig ist mir auch: Wenn du Geburtstrauma, Übergriffe oder Scham mit dir trägst: hol dir Unterstützung. Es gibt einen Weg da raus, es kann leichter werden.
Außerdem: es gibt Geburten, die ganz anders laufen als geplant. Ein Kaiserschnitt ist kein Versagen. Eine Geburt im Krankenhaus kann ebenfalls lustvoll werden, vor allem mit Hebammen, die dich lassen, und mit guter Absprache vorher.
Für Doulas und Geburtsbegleiterinnen
Ich habe in meiner ersten Doula-Ausbildung gelernt, ich solle mich nicht mit der Gebärenden anfreunden und mein Herz auf Abstand halten. Heute sehe ich das anders. Wenn eine Frau sich nackt, laut und verletzlich öffnet, möchte ich mit Liebe dabei sein, nicht mit professioneller Distanz. Distanziert behandelt wird sie im Kreißsaal genug.
Dazu gehört, dass du deine eigenen Themen kennst. Gebärende spüren Angst, Scham und Unsicherheit der Menschen um sie herum sehr fein. Wer andere in einen so intimen Prozess begleitet, sollte seinen eigenen Schoßraum und seine eigenen Geschichten angeschaut haben. Deshalb dauert meine Ausbildung zur Lustgeburts-Doula zwei Jahre, und deshalb ist das erste Jahr zu großen Teilen Selbsterfahrung. Wir arbeiten auch daran, wie du davon leben kannst. Von 850 Euro pro Geburt bei 35 Stunden Arbeit hält es keine lange aus.
Wie du anfangen kannst
Du musst nicht gleich alles verstehen oder glauben. Deine Zweifel sind willkommen! Sie sind vielleicht sogar der wichtigste Wegweiser überhaupt. Fang mit einer Frage an: Wie würdest du gern gebären? Kannst du einmal Zweifel, Ängste, Erwartungen, Vorstellungen und Prägungen außen vor lassen?
Wenn du schwanger bist und sich in dir bei dem Gedanken etwas regt, dann kannst du mir schreiben. Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos und unverbindlich. In meinem online Geburtsvorbereitungskurs für deine Lustgeburt gebe ich dir mein ganzes, Wissen, Tools und Erfahrungen mit. So viele Schwangere und Paare sind bereits diesen Weg zu ihrer Geburt schon lustvoll gegangen. Du kannst das auch.
Für alle, die im Geburtskontext wirken: wenn du merkst, da geht noch mehr, ich möchte die Frauen, die Paare anders, tiefer begleiten, ganzheitlicher: buch dir ein kostenloses Beratungsgespräch und wir schauen, wie das möglich ist, welcher dein nächster Schritt ist. Hier kannst du dich zu meiner Ausbildung zur Lustgeburts-Doula informieren.
Auch kannst du in meinem Buch dich tiefer mit dem Thema auseinander setzen: “Lustgeburt – wir gebären wieder orgasmisch” sammelt über 30 Erfahrungsberichte von Frauen, Paaren, Hebammen und Experten in ihren Bereichen.
“Was wäre, wenn alle Frauen orgasmisch gebären könnten, nur keine davon weiß?”
Love,
Amira
💬 Das sagen andere Frauen von meinen Programmen
❤️🔥Liebe AmiraI DID IT! Ich habe geboren – lustvoll, in grosser Liebe, Berührtheit, Herzekstase und auch in Angst. Der Sterbeprozess bevor ich meine Tochter auf die Erde hinausschob war die grösste Herausforderung meines Lebens – Mindfuck vom Feinsten. Doch ich habs geschafft, ich bin da durch und habe sie zu Hause in unsere Hände geboren! Die vielen Stunden davor waren von Freude und Genuss erfüllt, ich habe mich eigentlich durch die Eröffnungsphase gesungen. Und jetzt ist sie da, die kleine grosse ✨ Chaya Tonantzin ✨. Heute ist ihr 9. Lebenstag. Es ist ein Riesengeschenk mit ihr und Max anzukommen und zu spüren, wie sich die Liebe vervielfacht ❤️ Danke für deine grosse Inspiration, die Herz-, Yoni- und Verstandsöffnung und die liebevolle Begleitung, Amira. Du hast meine Schwangerschaft und Geburt sehr geprägt. Mit viel Liebe, Nina
❤️🔥„Tajo Kayun- unser kleiner Stern, in Lust und Liebe auf dieser Welt gelandet. Wir haben uns im dritten Monat schwanger auf den Lustweg begeben und ich würde diese unglaubliche Reise jeder werdenden Mama, ja jedem Menschen empfehlen. Dieses größte Erlebnis im Leben in Lust und tiefer Einheit zu erfahren war einfach atemberaubend magisch. Ich habe unter der Geburt wirklich erfahren was manifestation bewirken kann und wie sehr ich jeden noch so großen Schmerz durch die Kraft meiner Gedanken transformieren kann. Ohne diesen Kurs hätten mir ganz einfach die Tools gefehlt, denn ja die lust in uns zu aktivieren, das kann man tatsächlich lernen und üben Unbezahlbar diese Erfahrung, unbezahlbar dieses Wissen, welches Amira der Welt schenkt!“
